“Was machst du eigentlich so?” Eine klassische Frage auf Familienfeiern – und niemand versteht je wirklich, was in einer Werbeagentur abgeht. Leute denken, man sitzt herum, brainstormt wilde Slogans oder malt Logos auf Servietten. Ganz ehrlich? Manchmal fühlt es sich auch genau so an. Doch dahinter steckt mehr. Viel mehr. Du suchst nach einem Job mit Gestaltungsspielraum? Dann komm zur Werbeagentur am Kaiserberg.
Der Tag startet meistens mit Kaffee – klarer Fall. Generator für jede Agentur-Idee. Danach stürzen sich die Designer, Texter, Konzepter und Art Directors wie Bienen auf ihre Projekte. Eine Autowerbung für einen TV-Spot? Logo-Relaunch für eine neue Modemarke? Die Palette der Aufgaben kennt kaum feste Begrenzungen. Und plötzlich ruft ein Kunde an. “Können wir das auch morgen früh schon sehen?” Die klassische Deadline-Achterbahn beginnt.
Teamwork wird in Agenturen großgeschrieben. Der eine schreibt ultralange Mails. Die andere malt an Präsentationen, als wäre sie auf einem Farbfestival. Und am Ende pfeift jemand durchs Großraumbüro: „Leute, Pitch in zwanzig Minuten!“ Dann schlägt der Adrenalinpegel kleine Purzelbäume. Gestorben wird später.
Agenturmenschen kennen kein 9-to-5. Kreativität schläft nicht. Manchmal kommen die besten Ideen morgens unter der Dusche, manchmal nachts um halb eins beim Scrollen durch Instagram. Wer bei Werbeagenturen mitmischen will, braucht Flexibilität und eine Prise Chaosliebe. „Normal“ ist hier relativ.
Viel Kommunikation hilft, aber jede*r bringt seinen eigenen Flohmarkt an Ausdrucksweisen mit. Zwischen Duz-Kultur, Design-Fachbegriffen und englischem Werbe-Deutsch wie “Key Visual” oder „Storytelling“ kann Fremdschämen schnell zum Smalltalk werden. Herrscht dann doch mal Funkstille, liegt es wahrscheinlich daran, dass wieder eine Konzeptpräsentation vorbereitet wird.
Die Kollegen? Buntgemischt wie eine Tüte Gummibärchen. Da sitzen die Social-Media-Spezialisten neben den digitalen Strategen. Jede*r mit anderen Stärken, oft Quereinsteiger aus Musik, Journalismus oder komplett schrägen Ecken. Niemand fragt hier, was du vorher gemacht hast – Hauptsache, du hast Ideen, bist offen und gehst auch mal volles Risiko.
Und dann das berüchtigte „Feedback“. Launische Kunden-Kommentare, Chef-Wünsche à la „Das muss knallen!“ oder „Kann das noch ein bisschen frischer?“ – alles schon hundert Mal gehört, trotzdem jedes Mal ein Drahtseilakt. Doch keine Sorge: Hier wird selten alles persönlich genommen. Humor sitzt mit am Schreibtisch, manchmal sogar mit Pappnase.
Werbeagentur-Jobs verlangen Feuer im Herzen, Lust auf neue Formate – und gute Nerven. Perfektion ist Utopie, Spaß aber Pflicht. Wer glaubt, es gehe nur um billige Slogans und schicke Logos, sollte sich mal einen Tag in dieses bunte Abenteuer wagen. Manchmal verrückt, oft kreativ und niemals langweilig.
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