3.3 Strukturierung des Weges

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Phasen und Meilensteine

Die Gliederung des Weges, der zu den Projektresultaten führt, erfolgt in der Regel durch die Bildung von Projektphasen. Das Ende einer Phase ist durch einen Meilenstein gekennzeichnet, der eine Standortbestimmung sowie den Entscheid über die Fortsetzung des Projektes und damit den Beginn der Folgephase beinhaltet. Bei hyperWeb stellt die Freigabe der Internet-Plattform für den Pilotbetrieb einen typischen Meilenstein dar, im Projekt TopTune die Freigabe der produzierten Auftragskomposition für die Herstellung der CD.

Meilensteine stellen nicht nur für das Projekt selber, sondern auch für das Projektteam und dessen Motivation markante Ereignisse dar. Auf sie fokussiert sich die Aufmerksamkeit der Umwelt, aber auch des Teams, da greifbare Ereignisse – physische oder konzeptionelle in Form von klar definierten Dokumenten – mit einem entsprechenden Erfolgserlebnis verbunden sind.

Die Phaseneinteilung für hyperWeb: 

Abb. Phasenkonzept für hyperWeb

 

Phasenkonzepte

Die Unterteilung der Phasen in feinere Schritte erfolgt in konzeptionellen Phasen häufig nach dem Problemlösungsprozess, also beispielsweise: Analyse des Ist-Zustandes – Zielfindung – Erarbeitung von Lösungsvarianten – Bewertung und Auswahl.

Phasenkonzepte und Vorgehensmodelle gibt es beinahe so viele wie Projektmanagement-Bücher. Art und Anzahl der Projektphasen variieren stark nach Projektart und Projektgrösse, aber auch von Unternehmen zu Unternehmen. Eine typische Gliederung für Organisations- und Informatikprojekte ist: Vorstudie, Konzept, Realisierung, Einführung. Bei kleineren Projekten können Vorstudie und Konzept auch zusammenfallen. Die Projektvorbereitung – die «Phase 0» – gehört zu jedem Projekt und ist Teil der Projektmanagement-Aufgabe. Kapitel B8 enthält einige weiterführende Aspekte zu Phasenmodellen verschiedener Projektarten.

Entscheidend ist nicht, welches Modell zur Anwendung kommt, sondern, ob dieses den Beteiligten klar kommuniziert und ob es gelebt wird.

Der Projektprozess mit den Projektphasen wird in diesem Fachbuch ganz bewusst nicht über, sondern gleichrangig neben die inhaltliche, die Sachstruktur des Projektes, gestellt. Das hängt einerseits damit zusammen, dass die beiden Dimensionen im Folgenden direkt miteinander in Verbindung gebracht werden. Andererseits soll damit der in Theorie und Praxis beobachteten Überbetonung des Projektprozesses gegenüber der inhaltlichen Substanz entgegen gewirkt werden. So ist immer wieder festzustellen, dass Projektleiter sich zu stark auf die Gliederung des Projektes in Phasen und Arbeitsschritte konzentrieren, während der eigentlich innovative Teil, die Erfassung und Darstellung der Projektsubstanz, der zu erarbeitenden Ergebnisse, viel zu kurz kommt. Häufig sind die Ergebnisse mehr das Resultat der Erkenntnisse auf dem Projektweg als eine bewusst erarbeitete Resultatstruktur. Diese Gefahr besteht besonders bei stark innovativen Projekten.

Ausgewählte Phasenkonzepte finden sich bei den Standard Roadmaps